Schwach sein dürfen.

12.10.2026

Maria Hempel
ebendort

  • Ich darf auch schwach sein.
  • Meine Schwäche anzuerkennen ist ein Stärke, denn kein Mensch ist nur schwach oder nur stark.
  • Erst wenn ich meine Schwäche spüre, sozusagen in ihr lebe, bin ich offen, mir helfen zu lassen.
  • Das wiederum eröffnet dem anderen die Chance, durch meine Schwäche mir hilfreich stärkend zu handeln. Wer alles selber machen kann und machen will, der braucht keinen, der ihm hilft.
  • Schwäche ist menschlich, weil sie Verletzlichkeit zeigt. Dem anderen die Blöße, das Nackte, Verwundbare des Menschen offenbart.
  • In einer Welt, in der der Starke als Vorbild gilt, trauen sich viele nicht, diese Blöße zu zeigen. Meine Erfahrung ist jedoch eine andere. Wenn ich auch zu meiner Schwäche, meinem Unvollkommenen und Gebrochenen stehe, öffnen sich andere auch, um von ihren Schwächen zu erzählen. Das kann verbinden.
  • Es geht hier nicht darum, als Jammerlappen immer und überall seine Wehwehchen zu Markte zu tragen, sondern um die Fähigkeit, ganzheitlich seine Stärken und Schwächen anzusehen, anzunehmen und in ihnen etwas Kraftvolles zu erkennen.
  • Und schließlich die Erfahrung , dass Gott erst dann wirken kann, wenn ich mich öffne für sein Wirken. Das fällt leichter in der Erschöpfung, in der Schwachheit, in der Ohnmacht.
  • Der Psalmist sagt dies so: Gott hilft meiner Schwachheit auf. Er richtet mich auf, er lässt mich nicht am Boden und er hat auch kein Gefallen am Menschen der am Boden liegt.
  • Aber der am Boden liegt ändert seine Perspektive und sieht vieles ganz anders. 
  • Das Wichtige ist immer wieder aufzustehen.

Manfred Rütsche
ebendort

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